Mein Verständnis von Erziehung ist ebenfalls von dieser gesamten
Sichtweise geprägt und geht daher weit über Belehren, Fördern und
Regeln aufstellen hinaus.
Sie ist Beziehung und ganzheitliche individuelle Entwicklungsbegleitung.
Spätestens in der Pubertät oder in der Arbeit mit besonders
herausfordernden Kindern und Jugendlichen muss man erkennen:
Um
wirksam zu „erziehen" braucht es in erster Linie eine tragfähige
Beziehung.
Autorität entsteht durch Beziehung, Vertrauen und Präsenz - nicht
durch Macht.
Dadurch muss Führung auch nicht laut sein.
sinngemäß nach Marshall Rosenberg - Begründer der GFK (Gewaltfreien
Kommunikation)
Dabei ist für mich die Rollenverteilung sowohl als Elternteil als
auch in pädagogischer Verantwortung klar:
Das Kind ist
lernend, erforschend und erfährt sich selbst.
Ich, als
Erwachsener gestalte die Umgebung, begleite, schaffe Orientierung,
und sorge für die notwendige Sicherheit.
Kinder brauchen dabei Freiheit, eigene Wege zu gehen und um
Erfahrungen zu machen.
Auch wenn es für Erwachsene nicht immer
leicht ist: Stürze, Krankheiten, Misserfolge, Herausforderungen und
Enttäuschungen gehören zum natürlichen Verlauf des Lebens und bieten
wichtige Wachstumsmöglichkeiten.
Ebenso wichtig sind Grenzen.
Diese schaffen nicht nur äußere Sicherheit,
sondern vor allem
inneren Halt.
Im Jugendalter bleiben die Rollen weiterhin erkennbar, werden in der Praxis jedoch flexibler, um den Jugendlichen mehr Raum für Eigenständigkeit und die Übernahme von Selbstverantwortung zu geben.
Unabhängig vom Alter werden Entwicklungsbedürfnisse erkannt und berücksichtigt, das bedeutet jedoch nicht, diese ungefiltert zu bedienen bzw. stets Wünsche zu erfüllen.
Vielmehr geht es darum, Kinder & Jugendliche dabei zu unterstützen, ihre Selbstwirksamkeit zu erfahren, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, mit Frustrationen umzugehen und eigene Lösungen zu finden - als Grundlage für Selbstständigkeit, innere Stabilität, Belastbarkeit und Resilienz sowie für soziale Kompetenz und Beziehungsfähigkeit.
Darüber hinaus gebe ich konstruktive Rückmeldung, ohne dabei den Wert meines Gegenübers in Frage zu stellen.
Das
Kind/der Jugendliche lernt so zu wachsen und Verantwortung für sein
Handeln zu übernehmen, ohne dabei an sich selbst zu zweifeln.
Dies ist entscheidend für die Entwicklung eines positiven und realistischen Selbstbildes.
Jeder Mensch profitiert von kompetenter Rückmeldung - daher schätze auch ich diese sehr. Sie unterstützt mich in der Selbstreflexion sowie der Weiterentwicklung und gewährleistet die Professionalität meiner Arbeit.